Dänemark und Schweden werden in Kürze durch eine 16 km lange Bauwerk-Kombination von Tunnel, künstlicher Insel und Brücke fest miteinander verbunden. 1995 wurde mit den Hauptarbeiten begonnen, bei denen GPS eines der wichtigsten Vermessungsinstrumente darstellte. Die Projektleitung fasste davor den Beschluss, allen am Projekt beteiligten Bauunternehmen ein Netzwerk von Echtzeit-Kinematik-GPS-Referenzstationen zugänglich zu machen, das aus fünf permanenten und einer mobilen Station sowie einem Integritäts-Überwachungssystem besteht.
Das System musste vor allem zuverlässig Daten für Echtzeit-Vermessungen im Format RTCM SC104 v.2.1 mit einer Genauigkeit von besser als 3 cm liefern, sowie auch GPS-Daten für Post-Processing-Anwendungen (über BBS) zur Verfügung stellen.
In weiterer Folge wurde dann Leica Geosystems AG, einer der führenden Hersteller von GPS Vermessung- und Navigationslösungen, mit der Entwicklung, Installation, Betrieb und Wartung dieses Systems beauftragt.
1991 beschlossen die Regierungen Dänemarks und Schweden eine Festverbindung über den Øresund zwischen der dänischen Hauptstadt Kopenhagen und der schwedischen Stadt Malmö zu errichten. Primäres Ziel war es, die Verkehrsverbindungen zwischen beiden Ländern und damit die regionale Infrastruktur deutlich zu verbessern. Damit ist die Region rund um den Øresund für den harten Wettbewerb unter den wichtigsten Regionalzentren Europas bestens gerüstet!
Das Europäische Parlament stufte diese Verkehrsverbindung als eines der 14 wichtigsten Projekte innerhalb des transeuropäischen Verkehrswegenetzes ein.
Zur Realisierung des anspruchsvollen Projektes wurde im Auftrag des dänischen und schwedischen Staates der "Øresundskonsortiet" (ØSK) gegründet.
Die Strecke beginnt mit einem Unterwassertunnel (3,5 km Länge), der in Kastrup, in der Nähe des internationalen Flughafens von Kopenhagen, seinen Anfang nimmt und zu einer künstlichen Insel (4,1 km Länge) im Süden von Saltholm führt. Von dort führt eine Brücke (7,8 km Länge) weiter nach Malmö. Die Verkehrsverbindung wurde sowohl für den Auto- als auch für einen doppelgleisigen Schienenverkehr ausgelegt.
Derzeit sind die Bauarbeiten bereits voll im Gange. Mehrere Bauunternehmen setzten bereits Echtzeit-GPS für ihre Positionierungs- und Vermessungsarbeiten ein. So verwendete beispielsweise die Firma Stenkon von Anfang an Systeme von Leica Geosystems - beim Bau der Steindeiche rund um die Halbinsel (2 km Länge) und rund um die künstliche Insel (12km Länge).
Für den Bau der Steindeiche wurden das Echtzeit-GPS System 300 von Leica Geosystems als Maschinenleitsystem für die Bagger eingesetzt. In den letzten eineinhalb Jahren hatte Stenkon mit zwei eigenen Referenzstationen und fünf GPS Rover-Systemen gearbeitet. Schon sehr früh wurde allerdings die Problematik für Leica Geosystems und Stenkon offenkundig, unabhängige Funkfrequenzen für diese Referenzstationen zu erhalten.
Studien der dänischem Strassenbaubehörden zeigten auf, dass ungefähr 30 verschiedene Funkfrequenzen notwendig geworden wären, wenn im Laufe der Zeit auch andere Bauunternehmen ihre eigenen GPS-Referenzstationen eingesetzt hätten!
Die natiionalen Telecom-Behörden schlugen daher die Installation eines gemeinsamen Netzes von Referenzstationen vor, für das sie bis zu sechs Frequenzen zur Verfügung stellen wollten.
Aufgrund dieser Tatsachen entschied das ØSK, dass nur ein gemeinsames Netz von Referenzstationen den steigenden Bedarf von Echtzeit-GPS abdecken und damit vorhersehbare Probleme vermeiden würde. 1995 wurde dann vom ØSK, gemeinsam mit dem ØLC (Øresund Link Contractors) als Berater und dem Road Directorate (VD) als technischen Berater, die Ausschreibung zum Projekt vorgenommen.
Von den 20 Anbietern, die sich für den anspruchsvollen Auftrag bewarben, erhielt schliesslich Leica Geosystems im März 1996 den Zuschlag.